Harte Jahre für von uns allen – so lautet das Mantra, das uns die Politik gerade wieder um die Ohren haut.
Deutschland muss sparen, der Gürtel muss enger geschnallt werden! Man möchte fast gerührt sein über so viel verordnete Opferbereitschaft, wenn die Realität nicht so unverschämt zynisch wäre. Denn während der normale Bürger beim Einkaufen, Heizen und Arbeiten blutet, bleibt die wirklich lukrative Politik für die Profiteure des Systems unangetastet. Da wird seit Jahren seelenruhig zugesehen, wie die Vermögenssteuer eine urbane Legende bleibt und eine gerechte Erbschaftssteuer so lange zerredet wird, bis auch das letzte Millionen- oder Milliardenvermögen steuerfrei durch den Familiengarten flutscht. Wer erbt oder im großen Stil Vermögen verwaltet, lebt im Schlaraffenland – wer arbeitet, zahlt die Zeche. Sparen – das ist in der Übersetzung dieser Klientelpolitik eben ein echtes Dehnbwort. Es bedeutet keineswegs, dass die ganz dicken Fische auch nur einen Hauch von ihrem Luxus abgeben müssten. Gemeint sind wie immer wir: die Mitte, das Fundament, die untere Hälfte, die den Laden mit ihrer harten Arbeit überhaupt am Laufen hält. Uns wird erklärt, wir müssten jetzt den Gürtel enger schnallen, damit oben der Wohlstand ungestört weiterwachsen und akkumuliert werden kann. Ein verlogeneres Schauspiel kriegt man selten geboten. Die Lasten werden sozialisiert, die Gewinne privatisiert, und am Ende heißt es noch, wir hätten über unsere Verhältnisse gelebt. Prost Mahlzeit.😌